Ausstellungen und Museumshafen

grohde 09 Jul , 2020

Ausstellung und Museumshafen

Von der manuellen Fertigung in den 1890er Jahren bis zur maschinellen Produktion - im Ziegeleipark lassen sich drei Epochen der Industrialisierung nachvollziehen. Spannende Ausstellungen an Originalstätten zu den Themen "Industriekultur" und "Technik" geben Ihnen einen Einblick in die Entwicklung der Ziegelindustrie in der Region.

Ringofen III "Bausteine für Berlin"

Gehen Sie dem Sprichwort "Berlin ist aus dem Kahn erbaut" auf die Spur.

Die Ausstellung „Bausteine für Berlin“ entführt die Besucher auf eine Zeitreise in die Zehdenicker Ziegelindustrie. Durch alte Dokumente zusammen mit modernster Technik wird die Herstellung von Ziegeln zwischen 1890 und 1960 hautnah erlebbar.

Erleben Sie an Hand von Modellen und Filmdokumenten, wie der Ton abgebaut wurde, Ziegel entstanden und diese per Kahn nach Berlin verschifft wurden.

Die Ausstellung befindet sich im Ringofen III, rechts neben dem Besucherzentrum. Sie folgen dem Weg der Ziegel durch den ehemaligen Brennkanal, in dem übersichtliche Tafeln und Bildschirme mit Videos aus der Produktion zu sehen sind.
Anschließend geht es auf die Brennerbühne, dem Arbeitsplatz eines Brenners. Dort gibt es auch noch Spannendes zu entdecken!

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Ringofen III "Friedrich Hoffmann"

Auf der Ehemaligen Brennerbühne dreht sich alles rund um das Leben des Berliner Baumeisters Friedrich Hoffmann und seine bahnbrechende Erfindung. 1858 meldete er das Patent für den Ringofen an. Damit begann die Industrialisierung der Ziegelherstellung.

Mit dem Patent des „Ringofens“, das von dem Berliner Baumeister Friedrich Hoffmann 1858 eingereicht wurde, fiel der Startschuss für die Industrialisierung der Ziegelherstellung. Nun war es möglich, das im aufstrebenden Berlin benötigte Baumaterial massenhaft und kontinuierlich zu produzieren. Die Ausstellung finden Sie im 1897 errichteten Ringofen III. Sie wurde am 22.09.2000, zum 100. Todestag des Ingenieurs, im Ziegeleipark eröffnet. Verschaffen Sie sich einen Eindruck von dieser bahnbrechenden Erfindung!

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Werkstätten

In der Schmiede, Schlosserei und Stellmacherei erinnern eindrucksvolle Maschinen an Instandhaltungsarbeiten von Loren und Werkzeugen. Besonders ist der Antrieb über Transmission.

Typisch für jede Ziegelei waren eigene Werkstätten für diverse Aufgaben. Hier, im Ziegeleipark, bestehen die „Alten Werkstätten“ aus Schmiede, Schlosserei und Stellmacherei. Das Besondere an den Alten Werkstätten im Ziegeleipark ist der Antrieb fast aller Maschinen über Transmission. Somit konnten viele Maschinen durch nur eine Dampfmaschine über Riemen und Wellen angetrieben werden.

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Aufbereitung

Zur Herstellung von Ziegeln gehört die Aufbereitung des aus der Grube antransportierten Tones.

In der Alten Aufbereitung wurde der Ton mit Zuschlagstoffen vermengt und zu einer homogenen Masse geformt. So konnten im Anschluss aus dieser Masse Ziegel gestrichen werden. Die vorliegende Aufbereitung war mit 12 Tonschneidern (so wurden die Maschinen, welche die Zuschlagstoffe untermengten, genannt) die absolut größte der Region. In der Broschüre „Streifzüge – Gründerzeiten. Wie ein Ziegelstein entsteht…“ erfahren Sie alles Wissenswerte über die Ziegelherstellung und so auch über die „Alte Aufbereitung“.

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"Auf Ziegelei" - Arbeitswelten

Zu Boomzeiten arbeiteten mehr als 5.000 Menschen im Zehdenicker Revier.

Insbesondere Wanderarbeiter vertreten hier die Mehrheit. Erfahren Sie mehr über das Leben der Ziegler in dieser Ausstellung. Thema ist nicht nur die Arbeit. Auch Feiern konnten die Ziegler, egal ob beim jährlichen „Zieglerball“ oder in der alten „Zieglerklause“. Diese Ausstellung befindet sich sogar in einer ehemaligen Zieglerkaserne, der früheren Unterkunft der Arbeiter.

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Werktätige im VEB

Erleben Sie in einer multimedialen Inszenierung, wie hart die Arbeit im „Volkseigenen Betrieb“ zu Zeiten der DDR war.

Dazu kommen Geschichten und Anekdoten von ehemaligen Ziegeleiarbeitern, die bleibende Spuren hinterlassen. Neben Ton- und Lichtinstallationen bietet der Rundgang durch die Ausstellung ein besonderes Highlight für Jung und Alt: Jeder Besucher kann mit einem leuchtenden Ziegel in der Hand durch einen Brennkanal des Ringofens wandern, dabei ändert sich je nach Brenntemperatur die Farbe des Ziegels.

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Zehdenicker Ziegeleirevier - das grösste Europas

Heute ist es kaum vorstellbar, dass diese grüne Landschaft einst von rauchenden Schloten, ratternden Feldbahnen und dampfenden Baggern geprägt war.

Nachdem 1887 beim Bau einer Eisenbahnbrücke „versehentlich“ Ton gefunden wurde, vergingen nur wenige Jahre, bis sich die Region zum größten Ziegeleirevier Europas entwickelte. In der Ausstellung „Zehdenicker Ziegeleirevier“ wird die Kulturgeschichte der Region anschaulich erzählt – von den Gründerzeiten der 1890er Jahre bis hin zur Schließung des letzten Ziegeleiwerks 1990.

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Museumshafen

Berlin ist aus dem Kahn gebaut

Der Ausbau der Havel-Wasserstraße im vorigen Jahrhundert bot für die Zehdenicker Ziegeleien optimale Transportbedingungen. Jede Ziegelei verfügte über mindestens einen Werkshafen oder eine Spundwand an der Havel. Über ein Jahrhundert wurde fast die gesamte Ziegelproduktion per Schiff versandt. Deshalb entstand der berühmte Spruch „Berlin ist aus dem Kahn gebaut“. Ein originaler Finow-Maßkahn ist heute Teil des Industrie- und Technikmuseums. Das Museumsschiff „Carola“ aus Zehdenick ist während des „Märkischen Dampfspektakels“ und zur „Faszination Technik“ ein gerngesehener Gast in Mildenberg.

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